Plusquamperfekt : Bildung und Verwendung der Zeitform in der Vergangenheit

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Wir verwenden das Plusquamperfekt in der deutschen Sprache, wenn wir bei einer Erzählung in der Vergangenheit (im Präteritum) auf etwas zurückblicken, das noch davor passiert war. Diese Zeitform heißt auch Vorvergangenheit. Durch unsere Website lernen Sie hier die Zeitform “Plusquamperfekt” auf leichter Weise.

Zum Beispiel:

-Hans hatte zum Fenster rausgeschaut.

-Was hatte die Familie Müller gestern gemacht?

-Der Mieter hatte gekündigt und war ausgezogen.

1) Bildung des Plusquamperfekts

-Zur Bildung des Plusquamperfekts braucht man ein Hilfsverb (sein und haben) im Präteritum und das Partizip Perfekt.

-Hier gibt es die Konjugation von “haben und sein” im Präteritum:

sein haben Pronomen
war hatte ich
warst hattest du
war hatte er/ es/ sie
waren hatten wir
wart hattet ihr
waren hatten sie
waren hatten Sie

 

2) Verwendung des Plusquamperfekts

In der deutschen Sprache benutzen wir die deutsche Zeitform Plusquamperfekt für Handlungen, die zeitlich vor einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit passierten.

-Das Plusquamperfekt  ist eine Zeitform für Handlungen, Vorgänge und Zustände, die vor der Präteritum – Aussage liegen.

Zum Beispiel:

-Der Jung stand hilflos vor der Haustür, weil er seine Schlüssel verloren hatte.

-Am 4. September begann die Konferenz in Tokio. Obwohl die Präsidenten der asiatischen Länder vorher miteinander gestritten hatten, begrüßten sie sich freundlich.

-Beide Zeiten, Präteritum und Plusquamperfekt beziehen sich im Satzgefüge aufeinander. Die Handlungen, Vorgänge, Zustände im Plusquamperfekt liegen immer vor denen im Präteritum.

Zum Beispiel:

-Er hatte sich verirrt und fand erst spät den Weg ins Dorf.

-Was er meinte, hatte sie nicht verstanden.

Tipps beim Sprechen:

-Bei den Modal- und Hilfsverben gebraucht man in der gesprochenen Sprache meist das Präteritum statt des Perfekt.

Zum Beispiel:

-Ich war unruhig (statt: bin….gewesen), weil ich meine Brille nicht sofort hatte (statt: gehabt habe) und deshalb den Storch nicht sehen konnte (statt: habe sehen können).

-Ausnahmen in der literarischen Verwendung der Tempusformen sind Prosatexte, die ausschließlich im Präsens/ Perfekt oder in indirekter Rede verfasst worden sind.

-Für sehr dramatische Momente kann der Erzähler aus dem Präteritum ins Präsens wechseln (historisches Präsens).

Zum Beispiel:

-Das Turnier nahm seinen Fortgang. Die Spannung auf den Tribünen erreicht ihren Höhepunkt, als der Weiße Prinz und der Schwarze Ritter gegeneinander anstürmen.

-Die Lanze des Prinzen wirft den Gegner aus dem Sattel. Krachend stürzt er zu Boden.

-Stolz verneigte sich der Stieger vor dem Fürstenpaar.

-Bei längeren Passagen im Plusquamperfekt kann der Erzähler ins Präteritum wechseln.

Zum Beispiel:

-Als er am Montagmorgen zurückkam, stand seine Praxis unter Wasser. Er hatte vergessen, den Wasserhahn abzustellen. 7000 Liter waren ausgelaufen. Das Wasser drückte die Türen auf, überschwemmte den Flur und das Wartezimmer, zerstörte das Parkett….

-Mündlich kann einem Teilsatz im Plusquamperfekt auch eine Aussage im Perfekt folgen.

Zum Beispiel:

-Alles, was er mir damals erzählt hatte, habe ich mir gemerkt. (Statt: … merkte ich mir.)

-Zeitungs- und Fernsehnachrichten beginnen oft mit einem Satz im Perfekt. Danach wird wie üblich im Präteritum geschrieben.

Zum Beispiel:

-Wieder sind Waldbrände in Kalifornien ausgebrochen. Der Gouverneur rief den Notstand aus. Die Feuerwehrleute kämpften verzweifelt gegen das Feuer und brachten es erst nach Tagen unter Kontrolle.