Gebrauch des Konjunktivs I

Spread the love

1)Die indirekte Rede

-In der indirekten Rede werden die Aussagen einer Person objektiviert und oft verkürzt wiedergegeben. Von Reden, schriften, öffentlichen Bekanntmachungen usw. Wird meist nur das sachlich Wichtige berichtet. Durch den Gebrauch des Konjunktivs I wird die Distanz zur wörtlichen Rede kenntlich gemacht.

-Die indirekte Rede kann mit einem dass-Satz eingeleitet werden. Bei einer längeren Mitteilung steht der  dass-Satz in der Regel nur am Anfang. In diesem Fall ändern sich die Pronomen sinngemäß. Dabei ist besonders zu beachten.

Zum Beispiel:

-Er sagt: “Ihnen, liebe Wählerinnen und Wähler, danke ich herzlich.” (Direkte Rede)

(Er sagte, er danke seinen Wählerinnen und Wähler herzlich.) (Indirekte Rede)

(Er sagte, dass er seinen Wählerinnen und Wähler herzlich danke.) (Indirekte Rede)

-In der indirekten Rede fallen Anreden, Ausrufe, spontane Redewendungen usw. meistens weg. Man kann Namen wiederholen, Adverbien einfügen oder sinngemäße Sätze oder Verben verwenden wie bejahen, verneinen, ablehnen.

Zum Beispiel:

-Sie rief zu: “Wir alle können stolz auf den gemeinsamen Erfolg.” (Direkte Rede)

(Sie rief zu, sie alle könnten stolz sein auf den gemeinsamen Erfolg.) (Indirekte Rede)

-Adverbiale Angaben des Ortes oder der Zeit müssen sinngemäß geändert werden.

Zum Beispiel:

-“Für morgen ist ein Gespräch mit dem Bundespräsidenten geplant.” (Direkte Rede)

(Für heute, Montag, sei ein ein Gespräch mit dem Bundespräsidenten geplant.) (Indirekte Rede)

 

-Der Konjunktiv II bleibt in der indirekten Rede erhalten. Fällt die Form des Konjunktivs I mit einer Form des Indikativs zusammen, so steht stattdessen ebenfalls der Konjunktiv II.

Zum Beispiel:

-“Wir haben von den Wählern den Auftrag erhalten, die Zukunft unseres Landes neu zu gestalten.” (Direkte Rede)

(Sie hätten von den Auftrag erhalten, die Zukunft unseres Landes neu zu gestalten.) (Indirekte Rede)

 

2) Die indirekte Frage

-Die Frage wird in der indirekten Rede als Nebensatz wiedergegeben. Bei Fragen ohne  Fragewort wird die Konjunktion ob verwendet.

Zum Beispiel:

-Er fragte: “Gehst du morgen zu Wahl?” (Direkte Frage)

(Er fragte, ob ich morgen zur Wahl ginge.) (Indirekte Frage)

-Bei Fragen mit Fragewort wird dasselbe Fragewort oder das erweiterte Fragewort als Konjunktion verwendet.

Zum Beispiel:

-Er fragte: “Wann gehst du zum Wahllokal? (Direkte Frage)

(Er fragte, wann ich zum Wahllokal ginge.) (Indirekte Frage)

 

2) Der Imperativ in der indirekten Rede

-Der Imperativ in der indirekten Rede wird durch Modalverben wiedergegeben. Bei einer höflichen Bitte gebraucht man “mögen“.

Zum Beispiel:

-“Reg dich doch bitte nicht so auf!” (Direkte Imperativ)

(Er bat mich, ich möge mich nicht so aufregen.) (Indirekte Imperativ)

-Bei einer Aufforderung oder einem Befahl gebraucht man “sollen

Zum Beispiel:

-“Hört jetzt endlich auf, über das Wahlergebnis zu diskutieren!” (Direkte Imperativ)

(Er befahl uns, wir sollten aufhören, über das Wahlergebnis zu diskutieren.) (Indirekte Imperativ)

Tipp: Man kann auch unpersönliche Imperative mit den Gegenwartsformen des Konjunktivs I bilden.

Zum Beispiel:

-Es lebe die Freiheit!

-Damit sei die Sache vergessen!

-Seien wir froh, dass alles vorbei ist!

-Man nehme ein Pfund Mehl, drei Eier und etwas Milch und verrühre das Ganze zu einem Teig.

-Die Strecke b sei 7 cm. Mann zeichne vom Punkt D aus einen Halbkreis über d.